Barossa Overview

Dieses Wochenende habe ich frei. Den heutigen Samstag verbrachte ich damit, ein wenig das Barossa Valley zu erkunden.

Den Vormittag nutzte ich, um im Barossa Farmers Market vorbeizuschauen. Jeden Samstag Vormittag werden hier lokale Erzeugnisse angeboten, und man kann ganz viel ausprobieren. Die Pfirsiche z.B. schmecken super lecker und saftig. Und ich habe eine Destille kennengelernt, die sogar Gin und Rosé-Gin herstellt – man war der lecker!

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Danach war ich in Tanunda unterwegs. Als erstes habe ich das Visitor-Center dort angesteuert und mich ca. 15 Minuten lang mit den Angestellten unterhalten. Generell sind alle Leute hier so unglaublich nett und aufgeschlossen. Das steckt richtig an und macht Freude weiter ins Gespräch zu kommen. Zuerst deckten sie mich mit ganz viel Material ein. Danach unterhielt ich mich mit einer der Damen, die sich eigentlich schon zum Feierabend verabschiedet hat, über alles Mögliche. Angefangen beim Wetter über den Brexit (alle Australier, die ich bisher kennengelernt habe, schütteln übrigens den Kopf „about the former colonizers“) bishin zu ihrer Germany-Reise vor 20 Jahren. Ganz erstaunt war sie damals über die Frauen aus „East Germany“, die doch auch die Arbeit von Männern übernommen haben und Vollzeit arbeiten gegangen sind. Das wäre doch nur wegen der ausgezeichneten Kinderbetreuung möglich gewesen. Dieses Thema hat sie von sich aus angefangen. Ich war völlig baff! Ich erklärte ihr, dass ich einer dieser Kinder war, die genauso aufgewachsen sind. 🙂 Natürlich kennt sie auch Troy und Tony Kalleske und jetzt konnte ich sie wiederum „baff“ machen – ebenso wie den gestrigen Reiseführer Mario. Man, ich wollte mich doch nur ein wenig im Visior-Center umsehen. Was passiert hier eigentlich gerade?

Ich verabschiedete mich und ging voller Euphorie durch die Main-Street von Tanunda bis zum Barossa Museum.

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Ich zahlte drei Dollar und durfte in das kleine Museum eintreten. Man schaltete extra für mich das Licht ein, anscheinend war ich heute der erste und, solange ich dort drin war, auch der einzige Besucher. Hier hielt ich mich fast zwei Stunden auf. Das Museum behandelt die Geschichte und die Besiedlung des Barossa Valley, was insbesondere mit den deutschen Einflüssen aus dem 19 Jh. einhergeht. Da Lena und ich uns bereits im Vorfeld schon intensiv mit dieser Geschichte auseinandergesetzt haben war das heute so etwas wie ein Eldorado für mich. Alles, was wir bisher gelesen haben, war hier greif- und spürbar. Ich bin soweit von zu Hause weg, doch all diese Dinge fühlten sich so vertraut an. Ich habe etliche Sachen fotografiert und an Lena geschickt. Ich habe vor, in diesem Blog noch etwas über diese interessante Geschichte und die deutschen Einflüsse zu erzählen. Auch unsere Ahnengeschichte bzw. die Geschichte der Kalleske-Familie ist damit eng verbunden – aber dazu später mehr.

Nach ein paar Besorgungen in Nurioopta habe ich den Abend im Kaiserstuhl Conservation Park verbracht. Tatsächlich wurde dieser Park nach dem Kaiserstuhl in der Nähe von Freiburg benannt. Es handelt sich dabei um einen vorgelagerten Berg (eher Hügel), der jedoch komplett aus einem Waldstück besteht. Ich war ganz allein unterwegs und ich habe hier doch tatsächlich meine ersten Kängurus in freier Wildbahn gesehen. 🙂

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Anschließend besuchte ich noch den Mengler Hill Lookout. Von dort aus habe ich das Barossa Valley auch zum ersten Mal als ein Tal wahrnehmen können. Ein Tal stellt man sich normalerweise mit hohen Bergen links und rechts vor. Hier kann man allenfalls von Hügeln sprechen. Der Anstieg ist nur ganz leicht, die höchste Erhebung befindet sich am Kaiserstuhl mit ca. 550 Meter über dem Meeresspiegel. Tanunda, Nurioopta und Greenock liegen im Tal auf ca. 300 Meter über dem Meeresspiegel. Wie gesagt, das sind keine wirklich großen Erhebungen.
Die netten Damen aus dem Visitor Center haben mir den Hinweis zu einer ziemlich guten Webseite gegeben. Auch habe ich dort eine Karte mit sämtlichen Weingütern gefunden. Das Weingut Kalleske habe ich farblich (rot, in der Nähe von Moppa) etwas hervorgehoben.

Barossa-Wine-Region

Kalleske_Farm_Map

Am Mengler Hill Lookout blieb ich dann noch bis zum Sonnenuntergang.

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Barossa Valley Map

2 Kommentare zu „Barossa Overview“

  1. Wenn man die Weite sieht, kann man sich die warme Luft richtig vorstellen. Da können die Gedanken fliegen. Und die Aussicht mit Sonnenuntergang wirkt so friedlich und still. Traumhaft.
    Aus all Deinen Schilderungen kann man richtig merken, dass Du Dich wohl fühlst. – Auf den Regionalmarkt wäre ich auch am ersten Samstag gegangen.
    Und sprich nicht von Erhebungen. In Berlin haben wir auch die Müggel b e r g e und – höchste Erhebung – A k e n b e r g e. Alles Berge. – Wein trinke ich ja nicht, aber Weintrauben habe ich mir heute gekauft. Kernlose. Das hätte ich ohne Deine Berichte aus dem Barossa Valley nicht gemacht. Warum Barossa? Heißt das Tal nicht Barbarossa Valley?

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