Winemaker Lesson #10 – Sticking Stickers

Diese vielleicht nicht erfüllendste aber dennoch lustige Aufgabe durfte ich gestern zusammen mit Dylan durchführen. Dylan ist der Sohn von Tony und ein Anwärter für die nächste Generation von Winemakers aus der Familie Kalleske. Er studiert bereits Winemaking an der Universität in Adelaide und unterstützt Troy und Tony tatkräftig in jeder freien Minute.

Durch diese Aufgabe konnte ich nun auch einmal das Lager des Kalleske-Weinguts besuchen, welches sich zwischen Nuri und Angaston (15 km entfernt vom Weingut) befindet.

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Neben den Weinen anderer Weingüter werden hier die fertig produzierten Flaschen Kalleske-Wein eingelagert, umsortiert und in die ganze Welt versandt. Es ist schon beeindruckend, vor diesen Mengen mit Kisten Kalleske-Wein zu stehen, welche bis unter die Hallendecke gestapelt wurden.

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Unsere spezielle Aufgabe war heute das Überkleben von Etiketten für den amerikanischen Markt. Dort gibt es nämlich spezielle gesetzliche Anforderungen. Zum einen muss der Hinweis des pregnancy warning ausführlicher beschrieben sein, zum anderen muss die genaue Zusammensetzung des Weines in prozentualer Angabe erfolgen. Da sich diese Prozente von Jahr zu Jahr unterscheiden verzichtet man darauf, diese standardmäßig anzugeben und jedes Jahr neue Etiketten für alle Flaschen zu erstellen. Für den amerikanischen Markt muss aber nun eine Sonderlösung her, die auf jede einzelne Flasche manuell nachträglich anzubringen ist.

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Insgesamt haben wir 130 Kisten (mit jeweils 6 Flaschen 2018 Kalleske Clarry’s GSM) ausgepackt, beklebt und wieder eingepackt.

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Die Erwähnung möchte ich nutzen, um den Kalleske-Wein Clarry’s GSM genauer vorzustellen.

2018_Kalleske_Clarrys_GSM

Die Bezeichnung GSM findet sich auf vielen Weinflaschen, die überall im Barossa Valley hergestellt werden. Es handelt sich dabei nicht um einen Mobilfunkstandard sondern um die Abkürzung für Grenache/Shiraz/Mataro. Dies sind die drei typischen und wichtigsten Weine, die im Barossa Valley angebaut werden. Da der Shiraz allein ziemlich trocken und erdig schmeckt verleiht die Beimischung des Grenache dem GSM eine leichtere und fruchtige Note. Die Leichtigkeit kann man dem Grenache übrigens sogar ansehen. Ein Grenache ist viel heller und durchsichtiger als der dunkle Shiraz.

Die Bezeichnung Clarry geht zurück auf den Namen von Troys Großvater – Clarance „Clarry“ Kalleske. Er hat die Kalleske-Farm bereits in vierter Generation geführt. Ihm zu Ehren wurde dieser Wein benannt, der zu den beliebtesten und meistverkauftesten Weinen aus dem Kalleske-Sortiment gehört.

12 Kommentare zu „Winemaker Lesson #10 – Sticking Stickers“

  1. Wie lange habt ihr dafür gebraucht? Bei solchen Aktionen stellt sich immer die Frage nach der wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit ;-).

    1. ca. 4 Stunden
      Die Frage hat sich mir auch gestellt. Allerdings muss man eine Sache bedenken. Die Anzahl der zu verschiffenden Flaschen in Richtung USA steht erst nach dem Abfüllen fest. Und mehrere „Versionen“ vorzuhalten ergibt auch wenig Sinn. Für die Ukraine gibt es wohl auch noch eine andere Sonderlösung.

  2. Tja, nächstes Jahr werden die Flaschen bis unter die Decke gestapelt, an denen Du mitgewirkt hast, wenn auch manchmal nur als Spüler… Egal. Mitgwirkt ist mitgewirkt. Stell Dir vor, wenn einer dieser Weine eine Prämie kriegen würde?! Das wäre dann der Ritterschlag.

  3. So ein Morris muss halt alles mal machen, und bei dieser Arbeit sieht man am Ende was man geschafft hat, das kann auch sehr befriedigend und entspannend sein. Wie lange lagert denn der Wein in diesen Hallen, die scheinen nicht sonderlich klimatisiert zu sein? Bei mir sitzt da immer noch der ( nostalgische) Gedanke an tiefe Gewölbe mit möglichst geringen Temperaturschwankungen . Ansonsten wieder ganz herzlichen Dank für deine „gnadenlosen“ Berichte und lehrreichen Lessons für uns Daheimgebliebenen 👩🏽‍💻👨🏼‍💻!

    1. Also der Großteil der Kisten wird nicht länger als ein Jahr in diesem Lager sein. Denn jedes Jahr kommt ja der nächste Jahrgang hinzu und der Absatz des Kalleske-Weins soll sehr gut sein. Es gibt aber auch in dem Lager eine kleine Ecke, die sie „Museum-Wein“ nennen. Hier liegen die Kisten dann schon ein paar Jahre, was den Wein jedoch nicht schlechter macht – ganz im Gegenteil! Und er lässt sich teurer verkaufen. 😉
      Klimatisiert sind die Hallen, soweit ich mich erinnern kann, nicht. Aber ich glaube auch, dass sie sich im Sommer nicht besonders aufheizen.

  4. Wenn die Etikettierung der Morris macht Lohn sich das schon, kostet so fast nix. 😊 Dann ist GSM also immer ein Cuvée?

    1. „Cuvée“ wäre dafür genau die richtige Bezeichnung! Allerdings spielt diese Kennzeichnung hier in Australien überhaupt keine Rolle. Laut Wikipedia sollen Cuvées in Deutschland auch eher eine Ausnahme sein. Wir sind es gewohnt, den Wein meistens nur von einer Rebsorte in unserem Glas zu genießen. In Australien dagegen ist es völlig normal, Wein zu mischen – oder wie die Winemaker sagen, „blended“ herzustellen. Somit lassen sich ja auch ganz ausgefallene Weine kreieren.
      Übrigens spielen Cuvées in Deutschland schon eine Rolle. Habt Ihr gewusst, dass der Chianti oder der Rioja „Cuvées“ sind?

  5. Hm stimmt eine Chianti Rebe ist mir noch nie untergekommen. Wenn ich mir überlegen das immer weniger Weine in Deutschland eine Rebsorte ausweisen, würde ich sagen der Cuvée ist im Vormarsch. Aber das ist glaube ich auch gut so. Man weis doch, die Mischung macht’s. 😊

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