Tasting Wine at Kalleske Cellar Door

Vor knapp zwei Wochen habe ich davon berichtet, dass man hier im Barossa Valley jede Menge „Cellar Doors“ besuchen kann. Auch das Weingut Kalleske hat natürlich einen eigenen Cellar Door, dem Kalleske Wine Store. Dieser liegt mitten in dem kleinen Ort Greenock.

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Dieses Haus war bis in die 70er Jahre ein Gemischtwarenladen. Heute beherbergt es nun den Tasting-Room sowie den Weinshop des Weinguts Kalleske. Gleich daneben befindet sich das Office. Der kleine LKW stammt aus den 50er Jahren, dient heute als Eyecatcher und wird jeden Morgen von Tony aus der Garage raus und abends wieder reingefahren.

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Im Kalleske Cellar Door habe ich heute Alex besucht. Sie veranstaltet hier die Tastings, berät kompetent zu allen Kalleske-Weinen und verkauft diesen natürlich auch sehr erfolgreich. Ein „special private tasting“ hat sie mir schon seit mehreren Wochen versprochen. Dieses Versprechen wollte ich heute nun einlösen.

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Die Innenräume sind sehr stil- und geschmackvoll eingerichtet. Eine sinnliche Musik sorgt für eine angenehme Atmosphäre.

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Einige der angebotenen Weine sollten dem aufmerksamen Blogleser bereits bekannt vorkommen. 😉

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Mein Tasting begann heute auf der linken Seite und endete bei der Flasche ganz rechts.

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Alex macht das wirklich ganz wundervoll. Zu jedem einzelnen Wein erhält man alle wissenswerten Informationen zum Geschmack, Jahrgang sowie zur Herstellung. Dieses Wissen hat sich Alex nicht nur angelesen. Hin und wieder schaut sie im Weingut vorbei, um praktische Erfahrungen zu sammeln. Bereits vor einigen Wochen habe ich Alex kennengelernt und ihr eine Einführung zum Thema „Pump-Over“ gegeben.

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Einen Wein habe ich heute zum ersten Mal probiert und ich möchte die Gelegenheit nicht auslassen, diesen hier vorzustellen. Bevor ich auf diesen Wein eingehe, möchte ich kurz noch ein paar Basics bezüglich der Weinherstellung erklären. Der Vergleich zwischen Rot- und Weißwein ist hin und wieder einmal erwähnt worden. Der Herstellungsprozess ist, wie vielleicht einige Leser bereits wissen, nicht der gleiche. Hauptmerkmal des Rotweins ist der Gärprozess im Fermenter (Gärbottich). Die Schalen haben somit einen signifikanten Anteil an der Herstellung eines Rotweins. Der Schritt im Gärbottich wird beim Weißwein und beim Rosé übersprungen. Die Beeren gehen direkt in die Presse, der Gärprozess erfolgt erst im Tank – ohne Schalen. Die folgende Darstellung habe ich erstellt und soll einen Überblick geben.

Winemaker Basics

Die Frage ist nun, was für eine Weinsorte entsteht, wenn Weißwein wie Rotwein im Gärbottich verarbeitet wird. Auf diese Frage hat das Kalleske Weingut eine Antwort –  sie heißt: Moppa und Plenarius

An den Kalleske Moppa können sich einige Blogleser vielleicht noch erinnern. Diesen Wein hielt Andreas als Gewinner des Kallvino-Quiz stolz in seinen Händen. Ich hatte in dem Eintrag beschrieben, dass dem Shiraz während des Gärprozesses die Schalen der Weißweinsorte Viognier beigemischt werden. Genaugenommen war es anders herum, denn der Weißwein befand sich bereits schon acht Tage lang im Gärbottich. Bevor die Shiraz-Beeren hinzugegeben wurden, wurde der flüssige Anteil (Free-Run) des Viognier entnommen. Aus diesem Anteil wird der Kalleske Plenarius hergestellt.

Moppa und Plenarius

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Pump-Over des Viognier

Der Plenarius wurde übrigens auch schon in die Fässer abgefüllt.

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Interessant ist allein schon seine orange Farbe im Weinglas. In der Nase habe ich einen süßlichen Geruch von Aprikose wahrgenommen. Schmecken tut der Wein ebenfalls nach Aprikose, allerdings überhaupt nicht süß, sondern ziemlich trocken. Das fand ich ziemlich beeindruckend und für einen Wein sehr außergewöhnlich. Voll im Geruch, voll im Geschmack – vielleicht stammt daher auch der Name Plenarius.

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2018_Kalleske_Plenarius_Viognier_Factsheet

4 Kommentare zu „Tasting Wine at Kalleske Cellar Door“

  1. Wann bekommst Du so eine tolle Kalleske-Mütze, wie sie Alex trägt, verliehen? Gehört Alex auch irgendwie zur Familie? Ich frage nicht schon wieder, wie Du nach Hause gekommen bist 😉.

    1. Ja, so ein Cap muss ich mir auch noch besorgen! 😊
      Alex stammt aus Sydney und ist nicht mit der Kalleske-Familie verwandt oder angeheiratet. Im Cellar-Door bzw. im Office arbeiten noch drei weitere Personen, die für Marketing, Verkauf und Buchhaltung zuständig sind – ebenfalls alle nicht verwandt. Dennoch fühlt sich das nicht so an, wer für die Kalleskes arbeitet gehört irgendwie trotzdem zur Familie. 😊

  2. Rosé ist in meiner Vorstellung lieblich, ein „Tanten-Wein“. Stimmt das? Ich kann es mir inzwischen beim Kalleske-Wein nicht vorstellen. Mich interessiert, wie der Rosé schmeckt.
    Entsteht ein Rosé, wenn man Weißwein in Rotwein-Fässer aus dem Vorjahr füllt?

    1. Die Tatsache, ob ein Wein lieblich schmeckt oder nicht, hat nix mit seiner Farbe zu tun. Entscheidend ist dafür, wann der Gärungsprozess unterbrochen wird. Der Kalleske Rosé-Wein stammt von der Shiraz-Traube, ist (fast)trocken und schmeckt sehr fruchtig. Gestern habe ich übrigens mit allen Kalleskes-Winemaker (Troy, Tony, Kym und Darren) zusammen am Mittagstisch gesessen und den ersten Rosé 2019 getrunken. Er wurde diese Woche abgefüllt und wir haben über die Rosé-Farbe diskutiert.
      Rosé entsteht, indem man die roten Trauben direkt nach der Ernte presst. Lässt man die Trauben dagegen in einem Fermenter ca. 1 bis 2 Wochen lang so entsteht aufgrund der Gärung inklusive Schalen Rotwein (siehe meine grafische Darstellung).

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