Winemaker Lesson #11 – Crushing

Über einen Prozess habe ich bisher noch nicht geschrieben. Wie kommen eigentlich die Beeren nach der Ernte in den Fermenter (Gärbottich)? Die Antwort darauf lautet: Crushing

Genau genommen passiert neben den Crushing auch noch das Destemming (Entfernen der Stile). Bevor es losgeht fährt der Anhänger mit den gesammelten Trauben/Beeren auf eine Waage.

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Aus dem Gewicht lässt sich ableiten, wie viele Fermenter benötigt werden. Anschließend werden die Behälter, die wir hier „bin“ bezeichnen, mit dem Gabelstapler in einen Trichter geschüttet (nicht zu verwechseln mit der Presse, diese steht daneben).

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Aus dem Trichter wird die Ernte in den Crusher befördert.

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Der Crusher hat zwei Aufgaben. Zum einen erfolgt das Entfernen der Stile und ggf. Blätter, zum anderen werden die Beeren ganz vorsichtig zerdrückt – aber nicht gepresst! Im gereinigten Zustand lässt sich sehr gut erkennen, wie das funktioniert.

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Die Mechanik innerhalb der Trommel dreht sich fortwährend. Diese Stifte drücken dabei die Beeren durch die Löcher. Der Rest wird an der Seite (im Foto im vorderen Bereich) hinausbefördert und dem Kompost zugeführt. Der Beerenbrei wird mit einer besonderen Pumpe und ziemlich dicken Schläuchen nach oben zu den Fermentern gepumpt.

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Das Ganz passiert relativ schnell und der Fermenter ist gefüllt.

Die Fermenter füllen sich jetzt also wieder. Heute war der Durif im Crusher. Nach dem Shiraz ist auch dieser Wein nun vollständig geerntet. Die Ernte erfolgte heute zum Teil sogar per Hand und ich durfte wieder dabei sein.

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Per Hand wurden heute neun Reihen des 1994er Durif-Feldes geerntet. Im Gegensatz zu den anderen Reihen sind diese wenigen Weinstöcke noch sehr jung und tragen das erste Mal Früchte. Es wurde befürchtet, dass der Harvester mit diesen Pflanzen vielleicht nicht ganz so sanft umgehen würde wie wir es heute getan haben. 🙂

Der Durif ist für Australien eigentlich eine seltene Weinsorte. Es handelt sich dabei um eine Kreuzung des Peloursin und des Shiraz. Vom Geschmack und vom Aussehen her (sehr dunkle Farbe) soll er dem Shiraz ziemlich ähnlich sein. Im Sortiment der Kalleske-Weine kommt der Durif zweimal vor. Eine Flasche möchte ich an dieser Stelle gern vorstellen.

Alle Weinsorten, die für das Barossa Valley eher untypisch sind, haben auf den Kalleske-Flaschen eine rote Hervorhebung des Namens und werden als „Alternative Range“ bezeichnet. Des Weiteren ist auffällig, dass all diese Weine nach Fahrzeugen oder Landmaschinen benannt sind, die innerhalb der Geschichte des Kalleske-Weinanbaus eine bedeutende Rolle gespielt haben. Der Durif ist nach dem Pferde-Transportwagen benannt und heißt daher „Buckboard Durif“.

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Während ich diesen Beitrag verfasse fällt mir auf, dass ich diesen Wein noch nicht probiert habe. Das muss ich unbedingt bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit nachholen.

Meinen heutigen Feierabend habe ich auf meinem Lieblingsplatz verbracht, der höchsten Erhebung auf dem Gelände der Kalleske-Farm mit Ausblick auf das Barossa Valley. Im unteren Bereich ist die Halle der Weinverarbeitung des Weinguts Kalleske, wo Fässer, Tanks und Fermenter untergebracht sind, zu sehen.

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2 Kommentare zu „Winemaker Lesson #11 – Crushing“

  1. >>Diese Stifte drücken dabei die Beeren durch die Löcher.

    Und das reicht, um die Stiele abzusondern? Ist mir nicht so rchtig klar, wieso das funktioniert. Warum sollten die Stiele nicht mit durchgedrückt werden?

    1. Die Löcher sind nicht viel größer als die Beeren, etwas anderes passt da nicht durch. Wie auf den bisherigen Fotos zu sehen war sind die Beeren der Weintrauben viel kleiner als die von den gewöhnlichen Tafeltrauben aus dem Supermarkt. Die Stiele dagegen sehen genauso aus, wie wenn man alle Beeren aufgegessen hat. Diese sind viel zu sperrig und zu gross und wandern somit seitlich aus der Trommel heraus. Leider kann ich das nicht im laufenden Zustand zeigen, da die Trommel komplett geschlossen ist. Manchmal kommen auch Teile der Stiele hindurch, das ist aber nicht schlimm. Nach der Pressung sind diese dann Teil des Cakes.

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