CCCLXV Durif

Vor einigen Tagen habe ich eine ungewöhnliche Aufgabe im task book gefunden.

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Gepresst wurde bisher die Maische, die zuvor in einem Fermenter mit der Bezeichnung „F__“ den Prozess der Gärung durchlaufen hat. Wie bereits beschrieben, es gibt große und kleine Fermenter. Dieser Aufgabe nach soll nun aber der Inhalt eines P-Tanks („PT6“) gepresst und in einen anderen Tank gefüllt werden. Das P steht dabei für Palette und bedeutet, dass dieser Tank nicht besonders groß ist und mit einem Gabelstapler transportiert werden kann. Die Kennzeichnung des Weines auf der rechten Seite ließ dann aber meine Fragezeichen im Kopf langsam verschwinden, denn von diesem besonderen Wein hat mir Troy bereits erzählt. Schon die Jahreszahl „18“ macht deutlich, dass hier etwas gepresst werden soll, das aus dem vergangenen Jahr stammt. „K“ steht für Kalleske-Wein (also kein Fremdlabel) und das „D“ für die Weinsorte Durif, über die ich wenige Tage zuvor bereits geschrieben habe. Die Angabe „365“ ist die Auflösung dieses Rätsels. Die Maische wurde ein ganzes Jahr eingelagert, die Beeren stammen also von der letzten Weinlese. Der Gärprozess war bereits nach der üblichen Zeit von wenigen Wochen abgeschlossen, die Schalen wurden jedoch 365 Tage lang in der Flüssigkeit belassen und nicht entfernt. Der Durif zählt bereits zu den dunklen, erdigen und sehr trockenen Weinen. Durch die Tatsache, dass die Schalen noch viel länger in der Flüssigkeit verbleiben, wird den Beeren noch mehr Geschmack, Tannine und Farbe entzogen. Der Wein wird somit noch konzentrierter, kräftiger und dunkler als er aufgrund seiner Sorte Durif ohnehin schon ist.

Nach dem Buckbord ist dies nun der zweite Durif, den ich hiermit vorstellen möchte. Voilà – der Kalleske Durif CCCLXV.

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Den Tank mit der besonderen Bezeichnung „PT6“ habe ich dann mittlerweile auf dem Gelände gefunden. Er war in einem anderen Gebäude eingelagert und mit dem Gabelstapler nun vorbereitend an der Presse abgestellt worden.

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Vielleicht erinnern sich einige Blogleser noch an dem Johann Georg, der „First Run“ wird hier auf dieselbe Art und Weise abgelassen.

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Genauso wie der kleine Fermenter wird auch dieser Tank auf den Kopf gedreht, damit die Maische herausfallen kann.

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Aufgrund der kleinen Öffnung muss der Tank jedoch mehrmals und ziemlich lange hin und her geschüttelt werden, damit er sich vollständig entleeren kann.

Wenn man sich die Maische anschaut erkennt man sehr gut, dass sie bereits eine ziemlich dunkle rote Farbe hat.

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Maische (1 Jahr alt) vor der Pressung

Und auch der Cake sieht nach der Pressung ziemlich dunkel aus.

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Und natürlich auch dem Wein kann man seinen tiefdunklen erdigen Geschmack bereits ansehen.

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Dieser Wein wird übrigens nicht mehr in Fässern zwischengelagert. Der Kunde soll in den Genuss kommen, den Durif in seiner reinen, kräftigen und wahrhaftigen Form genießen zu können. Nachdem sich die Sedimente im Tank abgesetzt haben wird dieser Wein aller Voraussicht nach im Mai in Flaschen abgefüllt und geht dann direkt in den Verkauf.

Interessant sind übrigens auch das Etikett und die Namensgebung. Das Schwarz symbolisiert die Kraft und den konzentrierten Gehalt. Bei der Namensfindung hat man sich damals jedoch etwas schwergetan, wurde mir berichtet. Bezeichnungen wie „Full Year“ oder „365“ erschienen den Winemakern Tony und Troy nicht angemessen. Die zündende Idee hatte dann Carol (Tonys Frau). Sie machte den Vorschlag, den Namen in römischen Ziffern darzustellen, um der Weinflasche ein würdevolles Antlitz zu geben. Ich finde diese Idee mehr als passend und absolut genial!

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Carol zusammen mit Kalleske CCCLXV Durif

 

3 Kommentare zu „CCCLXV Durif“

  1. Ich kann mir aehr gut vorstellen, dass dieser Wein ganz besonders ist. Allein die dunkle Farbe läßt ein Pfützchen auf der Zunge entstehen… Ich staune immer wieder, wie viele und unterschiedliche Behältnisse und Geräte für eine Weinproduktion nötig sind. Eindrucksvoll. – Vom Geschmack des Vorjahreskollegen hast Du gar nichts geschrieben. Der ist bestimmt köstlich.

    1. Ich hab vom First Run gekostet, er schmeckt ziemlich ähnlich wie Shiraz und ist sehr trocken. Aber das ist nicht das Gleiche wie später im Glas. In der Flüssigkeit befanden sich noch Sedimente und das ist im Mund nicht wirklich ein Genuss. Ich bin gespannt, wie er später aus der Flasche schmeckt. Der 2017er (abgefüllt 2018) ist bereits ausverkauft, daher hatte ich bisher noch nicht die Gelegenheit.

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