Ein Händler namens „Cab-Sauv“

Wie bereits beschrieben, die Ernte ist abgeschlossen. In den Fermentern befinden sich nun die Beeren der letzten Felder. Damit beginnt für mich jetzt allerdings eine sehr spannende Zeit, denn noch nie war die Variation der Weine in den Fermentern so groß wie jetzt. Da ich weiterhin mit der Aufgabe des Pump-Over betraut bin darf ich zweimal pro Tag ein Tasting von jeder Saft-/Weinsorte durchführen. Dabei kann ich dann sowohl olfaktorisch als auch gustatorisch die Veränderung der Zuckerlevel beobachten. 🙂 In meinem Portfolio befinden sich jetzt folgende Weinsorten: Grenache, Grenache (Old Vineyard), Zinfandel, Cabernet Sauvignon und Petit Verdot. Bis Freitag letzte Woche hatte ich zusätzlich noch einen Durif im Angebot. 🙂

Kalleske_Farm_Map_Last_vineyards

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Der Cabernet Sauvignon im Fermenter Nr. 11 stammt übrigens nicht direkt von der Kalleske-Farm, sondern von Tonys Grundstück, welches sich einen halben Kilometer entfernt befindet. Cab-Sauv, wie die australischen Weinmaker sagen, ist übrigens weltweit absoluter Spitzenreiter. Keine andere Weinsorte wird in so vielen Ländern angebaut wie der Cab-Sauv. Auch was die Gesamtzahl in Hektar weltweit angeht ist der Cab-Sauv ungeschlagen die Nummer 1. Somit ist zu erwarten, dass auch das Kalleske Weingut einen Cabernet Sauvignon im Angebot hat. Er trägt den Namen „Merchant“, zu Deutsch „Händler“.

2016_Kalleske_Merchant_Cabernet_Sauvignon

Eigentlich wollte man den Wein „Kym“ nennen (nach Troy und Tonys Bruder). Der Name war jedoch nicht passend und wohlklingeln für einen Wein. Somit suchte man nach einer Gemeinsamkeit von Kym und dem prominenten Vertreter der Familien-Geschichte Johann Georg. Man entschied sich dann für den Beruf des Händlers, denn sowohl Kym als auch J.G. handel(te)n mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Unser Johann Georg nutzte damals in Posen seine Reisetätigkeit als Händler übrigens zusätzlich noch in der Funktion des Botengängers der Lutheraner. Im Auftrag der Kirche sorgte er für den Informationsaustausch zwischen den einzelnen Kirchengemeinden. Wir vermuten, dass dieser frühzeitige Informationsgewinn bezüglich der Pläne zur Auswanderung nach Südaustralien der Grund war, warum sich J.G. zusammen mit seiner Familie bereits den ersten Aussiedlern auf dem Schiff „Prince George“ anschloss. Die meisten dieser ersten Aussiedler kamen nämlich aus Klemzig, unser J.G. stammte allerdings aus Tirschtiegel.

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Ich hätte übrigens noch eine andere Erklärung, warum man den Cabernet Sauvignon nach dem Beruf unseres Johann Georg benennt. Ein Wein, der so oft angebaut wird wie kein anderer, muss demzufolge auch die Weinsorte sein, die am meisten gehandelt und verkauft wird. Es wäre also sehr logisch und nachvollziehbar, diesem Wein „Merchant“ zu bezeichnen.

Vielleicht fragen mich einige Blogleser jetzt nach dem Geschmack. Tja, es ist ein Cabernet Sauvignon, wenn man diesen serviert oder verschenkt kann man eigentlich nichts falsch machen – man macht aber auch nichts Besonderes. Daher fällt auch mein Urteil weder positiv noch negativ aus. Cheers! 🙂

Ein Gedanke zu „Ein Händler namens „Cab-Sauv““

  1. Ich bin mal wieder baff über die Karte mit den ganzen „Nestern“ östlich von Frankfurt. — Händler kommen rum und erfahren viel, auch Händler mit Nachrichten.
    Damals wie heute.
    Prost!

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