Mungo National Park

Australien hat die gleichen Osterfeiertage wie Deutschland. Auch was die Tradition angeht kann ich zumindest für das Barossa Valley sprechen, Osterhasen und bemalte Ostereier sind hier überall genauso anzutreffen. Das ist schon bemerkenswert, denn diese Symbole der Fruchtbarkeit stehen ja eigentlich in enger Verbindung mit dem Frühling. Hier hält jedoch der Herbst Einzug, was anhand der Vegetation unschwer zu erkennen ist.

Ich habe die zusammenhängenden Feiertage genutzt, um zwei Nächte im Mungo National Park zu verbringen. Dieser Park liegt bereits in dem Gebiet, was die Australier als „Outback“ bezeichnen – also abseits der besiedelten und grünen Küstengebiete im Landesinneren.

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Die Strecke von meiner Unterkunft in Nuri bis zum Mungo NP beträgt 430 km und man benötigt dafür in etwa fünf Stunden mit dem Auto. Die letzten 100 km (etwas mehr als eine Stunde) müssen auf einer unbefestigten Straße zurückgelegt werden, die Aussis sagen: Dirt Road

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Man fährt und fährt und fragt sich die ganze Zeit, kommt da überhaupt noch was? 🙂 Auf der ganzen Strecke ist mir zweimal ein Auto entgegengekommen. Mobilfunkverbindungen funktionieren im Outback nicht mehr, ab Mildura gab es keinen Kontakt mehr zur Außenwelt.

Untergekommen bin ich die zwei Nächte in einer preisgünstigen Lodge, mit sehr einfachen Betten und Gemeinschaftsdusche, die auch von Campern genutzt wird. Außerdem bietet die Anlage ein Restaurant für Breakfast und Dinner. Abgesehen vom Offline-Status hatte ich also alles, was ich brauche. 🙂

Auch ein Emu konnte ich hier aus nächster Nähe beobachten.

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Das Gebiet umfasst mehrere ausgetrocknete Seen. Hauptattraktion ist der Lake Mungo mit der Walls of China.

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Diese „chinesische Mauer“ ist die östliche Abbruchkante des Sees, ein über 30 km langer Dünenhalbkreis mit bizarren Gesteinsformationen.

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Den Namen haben sich wohl Chinesen ausgedacht, die hier vor ca. 100 Jahren als Schafscherer in einer naheliegenden Schafzucht gearbeitet haben. Vermutlich hat der Anblick dieser Düne sie an die chinesische Mauer erinnert. Es ist gut möglich, dass diese Abbruchkante damals mehr wie eine Mauer ausgesehen hat. Allerdings veränderte die äolische Erosion (ja, das Wort habe ich gegoogelt :-)) das Aussehen stark. Die Düne soll angeblich pro Jahr um ca. 1,5 Meter nach Osten wandern.

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Übrigens wurden hier auch Relikte und Skelette der Aborigines entdeckt. Mit einem Alter von ca. 50.000 Jahren zählen diese zu den ältesten Zeugnissen der Aborigine Kultur.

Die Weite ermöglicht großartige Ausblicke, insbesondere bei Sonnenuntergang.

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In der Lodge-Anlage war ich nicht allein, ich bin sehr gut mit anderen Leuten (meist Australier) ins Gespräch gekommen. Zum Dinner habe ich immer das Angebot erhalten, mich mit an den Tisch zu setzen, worüber ich mich sehr gefreut habe. Am ersten Abend erzählten mir die vier Leute am Tisch, dass sie aus Melbourne stammen und für die Anreise 1,5 h benötigt haben. Zuerst habe ich dies nicht weiter hinterfragt. Die Karte vor Augen hätte ich Melbourne jedoch viel weiter entfernt geschätzt. Die Auflösung war – sie sind nicht mit dem Auto angereist, sondern mit dem eigenen Kleinflugzeug. Direkt neben der Lodge-Anlage befindet sich ein Airstrip, eine befestigte Landebahn. Die Anreise erfolgt genauso unkompliziert wie mit dem Auto. Bevor die Vier am nächsten Morgen ihren Abflug machten zeigte mir der Pilot noch schnell sein Flugzeug.

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Happy Easter! Dem Osterhasen bin ich hier übrigens auch begegnet. 🙂

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7 Kommentare zu „Mungo National Park“

  1. Auch dir noch frohe Ostern im Herbst!

    Was nimmst du so als Survival-Paket mit, wenn du so ins Outback fährst? Ich finde es mutig so allein , aber diese Einsamkeit in der Natur ist schon überwältigend , tolle Landschaft 🦘. Wenn es hier nicht bald regnet könnte es in der Mark Brandenburg bald ähnlich aussehen !

    1. mein Survival-Paket: jede Menge Wasser, Müsliriegel, Bargeld, nen vollen Tank sowie eine Flasche Kalleske-Wein 😊👍

      1. Und was machst du, wenn du wirklich liegen bleibst? Auf ein vorbeifahrendes Auto warten und hoffen? Laufen ist ja eher keine Option.

  2. Äolische Erosion kennen wir aber doch aus dem Westen Der USA. Dazu haben wir mehrfach was in Ausstellungen gelesen. 🙄

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