Wie schon beschrieben, „cleaning is very important!“ Die Gärbottiche sind mittlerweile fast alle voll und die erste Pressung steht kurz bevor. Vorbereitend dazu müssen die Tanks, in denen nach der Pressung der Wein gefüllt wird, gesäubert werden. Dies betrifft alle Tanks, jeder einzelne ist nacheinander an der Reihe.
Dazu wird jeder Tank erst einmal zu einer riesigen Spülmaschine umgebaut. Von oben wird in den Tank ein Schlauch eingeführt, an dessen Ende sich eine 360°-Dusche befindet. Unten wird das heiße Wasser, versehen mit einer Art Seifen-Zusatz, abgepumpt und oben wieder eingeführt.
Die Pumpe wird angeschmissen, mehrere Minuten lang wird gespült. Der Schlauch (bzw. der Duschkopf) wird dabei in seiner Position im Tank verändert (von oben aus), so dass der ganze Tank von innen einmal vollständig durchgespült wird. Leider lassen sich die hartnäckigen Rückstände damit nicht beseitigen und das heißt: „Brushing“ – natürlich von innen.
Der Ein- und Ausstieg gleicht einer akrobatischen Meisterleistung und funktioniert nur mit gesundem Rücken.
Nach dem Bürsten wird das Wasser abgepumpt und in den nächsten Tank gefüllt. Zum Schluss wird alles gründlich mit klarem Wasser gespült.
Alle groß gewordenen Kinder, die früher gern mit Wasser gespielt haben, haben hierbei ihre wahre Freude. Es ist aber dennoch eine ziemlich anstrengende Arbeit.
PS: Liebe Grüße an Frau Opitz, in Gedanken bin ich während dieser Arbeit bei Ihnen. 🙂
Wie schon erwähnt, die Gegend um Adelaide und speziell das Barossa Valley ist durch deutsche Siedler entscheidend geprägt worden. Einige Orte tragen deutsch klingende Namen und enden z.B. auf „dorf“. Auch beim Fleischer kann man Kassler kaufen und wenn man mit den Australiern hier in Kontakt kommt stellt man fest, dass viele von ihnen typisch deutsche Nachnamen haben wie z.B. Nietschke, Pfeifer oder Schubert.
Auch in dem Barossa-Museum in Tanunda sowie in einem alten Haus aus dem Jahre 1846, welches ich heute ganz in der Nähe meiner Unterkunft besichtigt habe, sind die deutschen Wurzeln unschwer zu erkennen.
Die Ursache für diese deutsche Verbindung liegt in der ersten Hälfte des 19. Jh. Viele der Aussiedler stammen aus Posen, Schlesien und Brandenburg. Es handelt sich dabei um Altlutheraner, die aufgrund ihres Glaubens ihre Heimat verlassen haben, um in Südaustralien ein neues Leben unter der zugesicherten Religionsfreiheit aufzubauen.
Ich wusste bis vor einigen Monaten nicht, dass es bis zum Anfang des 19. Jh. zwei protestantische Glaubensrichtungen gab – den lutherischen Zweig sowie den calvinistischen Zweig (oft auch „reformierte“ genannt). Versuche, die beiden Zweige zu vereinen, scheiterten bis dato – insbesondere aufgrund unterschiedlicher theologischer Auffassungen bezüglich des Abendmahls. (Theologisch bewanderte Menschen werden dies sicherlich genauer erläutern können.)
Anfang 1800 verstärkte sich jedoch die Unionsbewegung und 1817 wurde in Preußen die Evangelische Kirche nun als Union beider protestantischer Glaubensrichtungen gegründet. Diese Vereinigung wurde insbesondere durch den damaligen preußischen König Friedrich Wilhelm III. forciert. Allerdings widersetzten sich einige Lutheraner gegen diese verordnete Union und wollten die neue Kirchenordnung nicht akzeptieren. Später wurden diese Anhänger dann als „Altlutheraner“ bezeichnet. Ab 1834 kam es zu verstärkten repressiven Maßnahmen durch den König und seine Gefolgschaft. Gottesdienste wurden vermehrt heimlich durchgeführt und Pastoren, die sich weigerten, die neuen Formen zu akzeptieren, wurden unter Hausarrest gestellt oder inhaftiert.
Ein Pastor namens August Kavel organisierte zusammen mit dem britischen Geschäftsmann G. F. Angas die Auswanderung. Angas engagierte sich damals beim Aufbau der britischen Kolonie South Australia und es beeindruckte ihn wohl, wie fest diese Menschen in ihrem Glauben standen. Er ging davon aus, dass diese Menschen aufgrund ihres festen Glaubens tüchtige Arbeiter und Bauern sind und dass sie ihm helfen werden, die neue Kolonie aufzubauen. Er finanzierte letztendich die gesamte Unternehmung und charterte für die Auswanderer die Schiffe.
Von Ostpreußen ging es mit Lastkähnen über die Oder, Oder-Spree-Kanal, Spree, Havel und Elbe bis nach Hamburg.
Von dort legten insgesamt fünf Schiffe mit dem Ziel Adelaide (Süd-Australien) ab:
„Prince George“ und „Bengalee“ mit 220 Auswanderern (08.07.1838 bis 19.11.1838)
„Zebra“ mit 189 Auswanderern (12.08.1838 bis 28.12.1838)
„Catharina“ mit 125 Auswanderern (21.09.1838 bis 22.01.1839)
„Skjold“ mit 213 Auswanderern (03.07.1841 bis 28.10.1841)
Die Unterbringung auf dieses Schiffen wird sehr spartanisch gewesen sein. Ich finde es auch schwierig, mir vorzustellen, mehrere Monate auf einem engen Schiff mit vielen anderen Menschen unterwegs zu sein und einem völlig unbekannten Ziel entgegenzusteuern, von dem man zur damaligen Zeit allenfalls nur gehört hat. Auch mussten die Familien auf den Schiffen große Schicksalsschläge verkraften. Einige Kinder haben das Ziel nie erreicht.
Dies macht deutlich, dass in der alten Heimat die Bedingungen ziemlich schlecht gewesen sein müssen. Was muss wohl einen dazu veranlassen, solch eine Reise mit ungewissem Ziel auf sich zu nehmen und das alte Leben hinter sich zu lassen? Ein Wiedersehen mit den Daheimgebliebenen wird es zu der damaligen Zeit nicht gegeben haben.
Ich persönlich finde die geschichtlichen Hintergründe sehr interessant. Zusammen mit Lena habe ich in den letzten Monaten einiges über diese Dinge gelesen und konnte mich sehr intensiv mit ihr darüber austauschen. Nicht zuletzt motiviert uns natürlich die Tatsache, dass unsere Vorfahren unter diesen Umständen gelebt haben und dass es dadurch, wie ihr vermuten werdet, genau diese verwandtschaftliche Verbindung sowie den gleichen Familiennamen in Australien gibt. Alle Details dazu werde ich in einem der nächsten Einträge beschreiben.
Während meines Spaziergangs heute im Kaiserstuhl Conservation Park habe ich doch tatsächlich aus weiter Entfernung einen Drop Bear beobachten können. Diese Beuteltiere zählen zu den gefährlichsten Tiere in Australien, sehen einem Koala ziemlich ähnlich und leben auf Bäumen. Von dort aus greifen sie ihre Beute an, indem sie ihr auf den Kopf fallen. Daher stammt der Name „drop bear“.
Fotografieren konnte ich ihn leider nicht, aber ich habe Bilder im Internet gefunden.
PS: Die einzige Gattung, vor der man sich hier in „down under“ noch mehr in Acht nehmen muss, sind übrigens Australier, die einem diesen Bären aufbinden wollen. 🙂
Dieses Wochenende habe ich frei. Den heutigen Samstag verbrachte ich damit, ein wenig das Barossa Valley zu erkunden.
Den Vormittag nutzte ich, um im Barossa Farmers Market vorbeizuschauen. Jeden Samstag Vormittag werden hier lokale Erzeugnisse angeboten, und man kann ganz viel ausprobieren. Die Pfirsiche z.B. schmecken super lecker und saftig. Und ich habe eine Destille kennengelernt, die sogar Gin und Rosé-Gin herstellt – man war der lecker!
Danach war ich in Tanunda unterwegs. Als erstes habe ich das Visitor-Center dort angesteuert und mich ca. 15 Minuten lang mit den Angestellten unterhalten. Generell sind alle Leute hier so unglaublich nett und aufgeschlossen. Das steckt richtig an und macht Freude weiter ins Gespräch zu kommen. Zuerst deckten sie mich mit ganz viel Material ein. Danach unterhielt ich mich mit einer der Damen, die sich eigentlich schon zum Feierabend verabschiedet hat, über alles Mögliche. Angefangen beim Wetter über den Brexit (alle Australier, die ich bisher kennengelernt habe, schütteln übrigens den Kopf „about the former colonizers“) bishin zu ihrer Germany-Reise vor 20 Jahren. Ganz erstaunt war sie damals über die Frauen aus „East Germany“, die doch auch die Arbeit von Männern übernommen haben und Vollzeit arbeiten gegangen sind. Das wäre doch nur wegen der ausgezeichneten Kinderbetreuung möglich gewesen. Dieses Thema hat sie von sich aus angefangen. Ich war völlig baff! Ich erklärte ihr, dass ich einer dieser Kinder war, die genauso aufgewachsen sind. 🙂 Natürlich kennt sie auch Troy und Tony Kalleske und jetzt konnte ich sie wiederum „baff“ machen – ebenso wie den gestrigen Reiseführer Mario. Man, ich wollte mich doch nur ein wenig im Visior-Center umsehen. Was passiert hier eigentlich gerade?
Ich verabschiedete mich und ging voller Euphorie durch die Main-Street von Tanunda bis zum Barossa Museum.
Ich zahlte drei Dollar und durfte in das kleine Museum eintreten. Man schaltete extra für mich das Licht ein, anscheinend war ich heute der erste und, solange ich dort drin war, auch der einzige Besucher. Hier hielt ich mich fast zwei Stunden auf. Das Museum behandelt die Geschichte und die Besiedlung des Barossa Valley, was insbesondere mit den deutschen Einflüssen aus dem 19 Jh. einhergeht. Da Lena und ich uns bereits im Vorfeld schon intensiv mit dieser Geschichte auseinandergesetzt haben war das heute so etwas wie ein Eldorado für mich. Alles, was wir bisher gelesen haben, war hier greif- und spürbar. Ich bin soweit von zu Hause weg, doch all diese Dinge fühlten sich so vertraut an. Ich habe etliche Sachen fotografiert und an Lena geschickt. Ich habe vor, in diesem Blog noch etwas über diese interessante Geschichte und die deutschen Einflüsse zu erzählen. Auch unsere Ahnengeschichte bzw. die Geschichte der Kalleske-Familie ist damit eng verbunden – aber dazu später mehr.
Nach ein paar Besorgungen in Nurioopta habe ich den Abend im Kaiserstuhl Conservation Park verbracht. Tatsächlich wurde dieser Park nach dem Kaiserstuhl in der Nähe von Freiburg benannt. Es handelt sich dabei um einen vorgelagerten Berg (eher Hügel), der jedoch komplett aus einem Waldstück besteht. Ich war ganz allein unterwegs und ich habe hier doch tatsächlich meine ersten Kängurus in freier Wildbahn gesehen. 🙂
Anschließend besuchte ich noch den Mengler Hill Lookout. Von dort aus habe ich das Barossa Valley auch zum ersten Mal als ein Tal wahrnehmen können. Ein Tal stellt man sich normalerweise mit hohen Bergen links und rechts vor. Hier kann man allenfalls von Hügeln sprechen. Der Anstieg ist nur ganz leicht, die höchste Erhebung befindet sich am Kaiserstuhl mit ca. 550 Meter über dem Meeresspiegel. Tanunda, Nurioopta und Greenock liegen im Tal auf ca. 300 Meter über dem Meeresspiegel. Wie gesagt, das sind keine wirklich großen Erhebungen.
Die netten Damen aus dem Visitor Center haben mir den Hinweis zu einer ziemlich guten Webseite gegeben. Auch habe ich dort eine Karte mit sämtlichen Weingütern gefunden. Das Weingut Kalleske habe ich farblich (rot, in der Nähe von Moppa) etwas hervorgehoben.
Am Mengler Hill Lookout blieb ich dann noch bis zum Sonnenuntergang.
Als wenn das alles, was hier derzeit mit mir und um mich herum passiert, nicht schon genug wäre setzte Tony (der Bruder von Troy) gestern noch einen drauf und brachte mir dies hier vorbei.
Die ersten Felder wurden in dieser Woche bereits geerntet. Die Verarbeitung findet zentral auf dem Weingut statt. Nach der Zerkleinerung der Trauben im Crusher gelangt der Traubenmost inklusive Schalen (Tresterhut) in die Gärbottiche (fermenter). Aus diesem Most entsteht im Rahmen eines natürlichen Gärungsprozesses (die Hefe befindet sich in der Trauben-Schale) der Rotwein. Insgesamt gibt es hier 12 Bottiche, welche sich nun nach und nach füllen. Jeder Bottich hat ein Fassungsvermögen von max. 8.000 kg.
Die Schalen sowie der Most schwimmen oben, darunter befindet sich der Wein (bzw. das, was einmal Wein werden soll). Dieser muss nun regelmäßig hochgepumpt und über den Most gespritzt werden, man nennt das Ganze „Umpumpen“ (pump-over). Somit wird der Gärmost wieder eingetaucht, Kohlendioxid an die Oberfläche gedrückt und der Gärungsprozess weiter vorangetrieben. Dies muss zweimal täglich durchgeführt werden, einmal morgens und einmal am Nachmittag.
Ich bin jetzt hier der Pump-Over-Guy. 🙂
Dieser Prozess kann pro Gärbottich bis zu 15 Minuten in Anspruch nehmen. Im hinteren Bereich sieht man auf dem Foto den Stab, der bis zum Boden des Bottichs eingetaucht wird. Der Wein wird mit Hilfe einer Pumpe auf die Spritze geleitet.
Mit Hilfe einer Zange kann die Spritze auch am Rand befestigt werden. Dies ist eine ziemlich heikle Sache, denn eine fehlerhafte Fixierung und eine Spritze „out of control“ kann sich ziemlich schnell zu einer großen Schweinerei entwicklen.
(Bevor die Frage gestellt wird, nein – dies ist mir bisher Gott sei Dank noch nicht passiert! :-))
Die Fixierung ist notwendig, da man während des Umpumpens jedes Mal eine Probe nimmt.
Genauso wie in Lesson #1 beschrieben wird nun wieder der Zuckergehalt gemessen. Zusätzlich wird auch noch die Temperatur aufgenommen, denn der Gärungsprozess setzt einiges an Energie frei.
Die Werte werden auf auf ein kleines Board geschrieben und am Ende auf eine große Tafel übertragen.
Man sieht deutlich, dass die Bottiche nach und nach gefüllt werden und der Zuckergehalt über die Zeit hin abnimmt (jeweils der obere Wert). Über ein Kühlsystem versucht man, die Temperatur einigermaßen konstant zu halten (jeweils der untere Wert).
Wenn man fertig ist beginnt das Umpumpen im nächsten Gärbottich. Der Wechsel passiert „on the fly“, die Pumpe läuft weiter. Dabei kommt es zu einer geringen Durchmischung, doch dies ist in Anbetracht des riesigen Fassungsvermögens eines Gärbottichs vernachlässigbar.
Ein Faktor (very important!) ist „Cleaning„! Dies wird hier grundsätzlich ganz hoch auf die Fahne geschrieben. Sämtliche Rückstände von Most, Saft oder anderer Dreck müssen sofort entfernt werden. Alle paar Meter befindet sich ein Wasserhahn und ein Schlauch, der Wasserverbrauch muss enorm sein.
Zusatz:
In der Anfangsphase des Gärungsprozess wird Weinsäure (tartaric acid) hinzugegeben.
Der Zeitpunkt wird in einem Auftragsbuch festgelegt, welches für alle zugänglich ist. Daraus erstellt man sich dann ein Ticket, hakt die Übernahme des Auftrags ab und führt ihn aus.
Für den heutigen Freitag hat sich eine chinesische Reisegruppe zu einer Besichtigung auf dem Weingut angemeldet. Im Moment kann noch nicht sehr viel gezeigt werden, da die Weinlese und der Gärungsprozess ja gerade erst begonnen hat. Da ich nun derzeit der Pump-Over-Guy bin wurde ich darum gebeten, das Überpumpen schon etwas früher zu starten, damit der Truppe auch etwas gezeigt werden kann.
Eine Chinesin übersetzte das Ganze dann vom Englischen ins Chinesische und ich erklärte, was ich da mache. Auch beim Messen des Zuckerlevels durften sie zuschauen, anschließend gab ich ihnen einen Schluck zum Probieren und erklärte, dass der gegenwärtige Zustand der Flüssigkeit (noch etwas Zucker, schon etwas Alkohol) bei uns zu Hause in Deutschland „Federweißer“ genannt wird.
Die Truppe wurde von Mario begleitet (rechts neben mir auf dem Bild zu sehen), Troy kennt ihn schon sehr lange. Er begleitet mehrerer solcher Truppen durch das Barossa Valley. Mario ist fast ausgeflippt als er den Hintergrund erfahren hat, woher ich komme und warum ich derzeit auf diesem Weingut arbeite und dass es eine familäre Verbindung sowei den gleichen Namen gibt. „What a story!“ 🙂
Bereits am Dienstag habe ich nach einer kurzen „Introduction“ meine erste Aufgabe erhalten: die Aufnahme von „Samples“ und Messen des Zuckerlevels
Dies läuft wie folgt ab.
Als erstes verschafft man sich einen Überblick über die gesamte Farm und alle Vineyards. Weinberg ist in unserem Verständnis eigentlich nicht der richtige Begriff, denn die einzelnen Felder haben meistens nur ein sehr geringes Gefälle. Um den Überlick zu behalten gibt es eine tolle Karte, die ich hier verlinkt habe.
Falls der Bedarf besteht, noch mehr über einzelne Vineyards zu erfahren, hier ein passender Link.
Mit seinem Gefährt (in meinem Fall ein grüner Commodore) fährt man nun eine Auswahl an Feldern an, die zuvor festgelegt wurde.
Es geht darum, Samples (Stichprobem) zu entnehmen, um den Zuckergehalt und damit den Reifegrad der Beeren zu bestimmen. Unter Verwendung dieser Stichproben wird dann entschieden, welche Felder als nächstes geerntet werden.
Um eine möglichst gute Stichprobe zu erhalten wird zunächst das Feld in drei Teile geteilt. Daraus ergibt sich ein Weg, den man abläuft – einmal hin und wieder zurück. Während des Weges entnimmt man dann zufällig einzelne Trauben – große, kleine, dunkle oder helle – ganz egal, Hauptsache „randomized“!
Insgesamt werden dabei ca. 16 Trauben eingesammelt.
Anschließend kommt man zurück zum Weingut und bringt von jedem Feld ein Päckchen mit.
Jede einzelne Probe wird unter Nutzung eines technisch sehr aufwendigen Verfahrens gepresst.
Der Saft wird durch ein Sieb gegossen und in einen Messbehälter gefüllt.
Mit Hilfe einer Restzuckerspindel wird nun der Zuckergehalt gemessen. Die Dicke des Saftes ist dafür der geeignete Indikator.
Der Wert wird auf einer Liste festgehalten. Ungefähr ab einem Wert von 16 sollte geerntet werden.
Den Trester bekommen Huckleberry und Tom.
Und der Saft darf nach der Messung ausgiebig genossen werden.
Die letzten zwei Tage habe ich unter anderem genutzt, um hier in Nurioopta ein paar Besorgungen zu machen. Ich hab es sogar geschafft, meinen Online-Status zu verbessern. Eine PrePaid-SIM-Karte für „Data only“ in Verbindung mit einem mobilen Hotspot, den ich aus Deutschland vorsichtshalber mitgebracht habe, ist nun meine Lösung – und es funtktioniert prima!
Mobil bin ich hier jetzt übrigens nicht nur Internet-technisch unterwegs, auch Fahrzeug-technisch wurde ich durch Troy mit einem Holden Commodore ausgestattet, wofür ich unglaublich dankbar bin. Es handelt sich dabei um das alte Auto seiner Frau Sally. Sie hat sich vor zwei Monaten ein neues Auto gekauft und bevor sie ihr altes verkaufen wird darf ich es noch nutzen – ist das nicht toll? Ich werde noch darüber schreiben, wie ich das Fahrzeug auch Arbeits-technisch nutze. Jedenfalls teilte mir Troy bereits im Vorfeld mit, dass ich damit überall hinfahren kann – „Where ever You want!“ 🙂
Daniel’s Haus, Links mein Commodore, Rechts Daniel’s Auto
Wer ist Troy eigentlich? Troy kennen wir (meine Schwester und ich) schon mehrere Jahre. Wir haben noch bis vor zwei Jahren unregelmäßig per E-Mail in Kontakt gestanden, um uns bezüglich der gemeinsamen Ahnenforschung auszutauschen. Er hat uns damals bereits schon mehrfach angeboten, dass wir ihn in Australien besuchen sollen.
Zusammen mit seinen Brüdern und seinen Eltern betreibt er hier im Barossa Valley ein Weingut, welches den gleichen Namen trägt wie unsere Familie. Tatsächlich gibt es eine verwandschaftliche Verbindung, doch dazu später einmal mehr.
Kalleske-Wein wird hier im Barossa Valley bereits seit 1853 angebaut. Schon an meinem ersten Tag konnte ich das Weingut besuchen – und ich bin begeistert! Auch am zweiten Tag hab ich schon so Vieles auf diesem Weingut erlebt. Mein Kopf hat derzeit Probleme, all das zu verarbeiten. Ich hoffe meine Blogleser verzeihen mir, wenn ich jetzt noch nicht tiefer auf die Dinge eingehe. Ich werde es nachholen – versprochen! Hier sind erstmal ein paar visuelle Eindrücke:
auf den Weinfeldern unterwegs mit Troy
Saft aus der allerersten Probe-Pressung diesen Jahres (ich war dabei 🙂 )
Ich bin überglücklich, hier zu sein. Die Atmosphäre ist total entspannt, die Leute sind super freundlich – und ich hab auch schon so viele kennengelernt (auch dazu gibt es noch so viel zu erzählen). Die meisten Arbeiten finden draußen unter freiem Himmel statt. Die Temperaturen liegen aktuell bei ca. 35 Grad, die Sonne scheint den ganzen Tag und auf den Hügeln des Weingutes im oberen Bereich des Barossa Valley weht ein laues Lüftchen. Ich glaube, das wird hier eine ganz großartige Zeit!
Hier ist nun mein erster Blog-Eintrag von „down under“. 🙂
Der Flug von Doha nach Adelaide war trotz 12,5 h Dauer einer der angenehmsten Flüge, die ich je erlebt habe. Die Maschine war ein nagelneuer Airbus A350, die Crew und der Service waren exzellent. Der eigentliche Grund, warum ich diesen Flug so angenehm fand, war die Tatsache, dass er scheinbar geschätzt nur zu 20% ausgelastet war. Mir ist bereits im Abflug-Terminal in Doha aufgefallen, dass dort nicht wirklich viele Leute auf den Einstieg gewartet haben. Sicherlich kann dies nicht wirtschaftlich für die Fluglinie sein, aber ich hatte jede Menge Platz, um mich auf den 12,5 h so richtig ausbreiten zu können. Neben und hinter mir waren alle Plätze frei. Ich konnte sogar ziemlich gut schlafen (liegend über drei Sitze verteilt) und wurde 2 h Stunden vor der Landung von der netten Crew zum Frühstück geweckt.
Der Landeanflug auf Adelaide bot mir einen tollen Ausblick.
Passkontrolle und Gepäckrückgabe liefen problemlos und ohne lange Wartezeit. Die Australier durchleuchten am Ausgang zusätzlich auch noch einmal das gesamte Gepäck, um sicherzustellen, dass man auch wirklich keine Nahrungsmittel, Tiere (oder Teile dessen) sowie Pflanzen einführt.
Die ganze Abstimmung für meinen Aufenthalt in Australien habe ich in den letzten Monaten mit Troy durchgeführt. Da er heute leider verhindert war hat er einen Freund namens Steve geschickt, um mich abzuholen. Das hat super geklappt, wir fuhren ca. 1 h Richtung Norden und haben uns die gesamte Autofahrt über alles Mögliche unterhalten. Steve brachte mich direkt zu meiner Unterkunft bei Daniel, ebenfalls ein Freund von Troy. Hier werde ich nun die nächsten zwei Monate schlafen. Es ist ein nettes einfaches Haus in Nuriootpa.
Daniel erzählte mir er vermietet ein bis zwei Zimmer hin und wieder z.B. an Leute, die temporär im Barossa Valley arbeiten. Der einzige Nachteil des Hauses – es hat kein WLAN. Dies ist somit auch die Erklärung, warum ich diesen Blog-Eintrag nicht noch am selben Abend schreiben konnte. Für einen brauchbaren Internetzugang werde ich wohl noch eine Lösung finden müssen. 🙂
Am Abend kam dann noch Troy, zusammen mit seiner Frau und Kym vorbei. Woher ich Troy kenne werde ich noch erklären. Auf jeden Fall ist er genauso, wie ich ihn mir vorgestellt habe.
zusammen mit Kym, Sally und Troy (v. l. n. r.)
Lange konnten die drei nicht bleiben, aber es wird noch sehr viele Gelegenheiten geben, diese netten Menschen wiederzusehen und auch noch viele andere kennenzulernen. Ihr dürft genauso gespannt sein wie ich.